Referentin:
Professionelle Selbstbindung
Professionelle Selbstbindung beschreibt das individuelle Wertesystem, das kontinuierlich Möglichkeiten erfasst, evaluiert und tariert und aus dem der/die Kurator/in die Themenfelder und Parameter seiner/ihrer kuratorischen Position ableitet. Zwischen Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, Selbstbild und Selbstdisziplin, Selbstwert und Selbstkritik, Selbstmotivation und Selbstbeauftragung, und Eigenveröffentlichung und Selbstvermarktung lassen sich die Wirkkräfte der professionellen Selbstbindung in der professionellen Praxis orten.
In der Entwicklung der professionellen Selbstbindung werden fachliche, öffentliche und ökonomische, gesellschaftliche und biografisch verankerte Wertstellungen individuell synchronisiert und individuell modelliert. Die Wertstellungen, die in diesem Gewebe miteinander konkurrieren, werden im Prozess der individuellen Strategie- und Positionsentwicklung ausgelotet und mit den biografisch verankerten Werten abgeglichen.
Im Seminar geht es darum, das handlungsleitende Wertgefüge als Grundlage professioneller Identität zu reflektieren, das aus der Menge der Zwänge und der Menge der Möglichkeiten die individuellen Lösungsansätze herausfiltert. Es ist Grundlage der personen-gebundenen Alleinstellungsmerkmale und eine der wesentlichen Ressourcen für nachhaltige Positionierung.
Über die individuelle Perspektive hinaus geht es um die Diskussion eines professionellen Kodex, an dem sich sowohl kulturelle Aufmerksamkeit, gesellschaftliche Relevanz und professionelle Praxis ausrichten könnten, als Teil einer möglichen Professions-Entwicklung.
