Referentin:
Netzwerke als Arbeits- und Organisationsform im Kunstkontext
Die informellen wie die institutionalisierten Netzwerke im Kunstkontext übernehmen wesentliche Steuerungsfunktionen. Die Zusammenhänge zwischen Künstler/innen und Kurator/inn/en, Kunstvereins- und Museumsleiter/innen, Berater/innen und Kritiker/innen, Förder/innen und Sponsor/innen, Wissenschaftler/innen und Mäzen/innen, Produzent/innen und Händler/innen organisieren sich als „communities of practice“, d.h. sie funktionieren nach Regeln, die nicht systematisch verhandelt sind und sie basieren auf Prinzipien, die wenig Transparenz und Sicherheit bieten. Da die Einführung in etablierte Zusammenhänge im Kunstkontext fast ausschließlich Person- gebunden stattfindet, ist das soziale Gefüge des Kunstkontextes essentieller Teil der Gestaltungsaufgaben zur nachhaltigen kuratorischen Positionierung. Durch Präsenz und Initiative, Kommunikation und Kritikfähigkeit, Verbindlichkeit und Souveränität, Rituale des Respekts und der Differenz, aber Kooperation und (vor allem) Erfolg, werden Netzwerke aufgebaut und gepflegt.
In diesem Seminar geht es um die Kenntnisse der maßgeblichen Netzwerke im Kunstkontext und die Möglichkeiten, der individuellen Beteiligung sowie um die Reflexion und Optimierung der individuellen Vernetzung. Darüber hinaus geht es um Arbeits – und Umgangsformen in Netzwerken, deren Wirkprinzipien sich für temporäre Arbeitszusammenhänge in - für Ausstellungsvorhaben typischerweise - heterogenen Teams adaptieren lassen.
Über die individuelle Perspektive hinaus geht es um die Diskussion der Relevanz des sozialen Gefüges des Kunstkontextes im Verhältnis zum Postulat der künstlerischen Freiheit und zur Perspektive der Kunstentwicklung.
