Referentin:

Bettina Pelz

Kunstöffentlichkeit

Die Fach-bezogene Öffentlichkeit umfasst  alle Ausstellungs- und Präsentationszusammenhänge für Kunstwerke, d.h. sowohl alle Kunst nahen Kontexte, u.a.  Ateliers, Projektzusammenhänge, Künstlerhäuser, Kunstvereine und Museen, alle Aspekte des Kunsthandels sowie Kunst ferne Kontexte, die nicht künstlerisch, sondern u.a. sozial, politisch oder ökonomisch motiviert sind. In ihrer Gesamtheit erzeugen sie die Plattformen, die Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich und kommunizierbar machen. Entlang ihrer spezifischen Interessen und Legitimierungsbedarfe orientiert sich Auswahl und generiert sich Definitionsmacht.

Dies gilt ebenso für die analogen wie digitalen Medien, in denen Kunst dokumentiert, kommentiert und/oder rezensiert wird. Auch in den Kunst vermittelnden Institutionen und Initiativen sowie den Foren von Kunstwissenschaft und Kulturpolitik wird ausgewählt, kommuniziert und kommentiert. In Selektion und Beurteilung entstehen ebenfalls Filter, die über Einschluss in und Ausschluss von Fachöffentlichkeit entscheiden.

Das Seminar bietet einen Überblick über die wesentlichen Ankerpunkte von Fachöffentlichkeit, die nicht in erster Linie dem Kunsthandel verpflichtet sind (siehe Veranstaltung „Institutionen des Kunstmarkts“) und diskutiert, wie darüber entschieden wird, was gezeigt, wahrgenommen, kommuniziert, dokumentiert und archiviert wird.

In Bezug auf die individuelle Professionalisierung geht es um Reflexion der Zusammenhänge sowie um die Entwicklung einer eigenständigen Position im Umgang mit Fachöffentlichkeit.

Über die individuelle Perspektive hinaus geht es um die Reflexion der Gestaltungsmöglichkeiten von Fachöffentlichkeit, die mit kuratorischer Praxis einhergehen.