InterKULTURelles Management

Menschen mit Migrationshintergrund stellen bei den unter 25-jährigen bereits über 25% der Gesamtbevölkerung, mit weiterhin steigender Tendenz. Daher ist es notwendig, die Inhalte der Vermittlung von Kultur und Bildung neu zu formulieren, da diese Bevölkerungsentwicklung in der althergebrachten (also mit Ausbildungs- bzw. Studienabschluss vor ca. 15 – 20 Jahren) pädagogischen und erzieherischen Ausbildung noch nicht berücksichtigt wurde.
Ein weiterer Aspekt ist der interkulturelle und interreligiöse Dialog, der aufgrund der Bevölkerungsentwicklung zwingend vorangetrieben werden muss.

Die Arbeitsmöglichkeiten der Zielgruppe dieses Bereiches sind vielfältig:

  • Betreuung von Kindern in der verlässlichen Ganztagsschule,
  • Erteilung von Klassenunterricht im Bereich Musik durch Musiklehrer-Innen, die für den Unterricht an Musikschulen ausgebildet wurden,
  • Arbeit in Stadtteil- und Kulturzentren,
  • Interdisziplinäre und Internationale Projekte im nahezu allen kulturellen Bereichen (Theater, Musik, Film, Tanz u. a.)
  • Schulung von Multiplikatoren in nahezu allen Brennpunkten, in denen verschiedene (Bevölkerungs-) Kulturen aufeinander treffen.

Viele dieser Bereiche werden zur Zeit noch von Kräften abgedeckt, die hierfür keinerlei Qualifikation erwerben konnten. Es besteht aber die unbedingte Notwendigkeit, hier eine Professionalisierung anzustreben, da die kulturelle Vielfalt – die Realität in der heutigen Gesellschaft ist – genutzt werden muss. Pädagogische Angebote müssen entsprechend konzipiert werden. Ziel der interkulturellen Arbeit sollte immer sein, die Potentiale und speziellen Kenntnisse der Mitbürger-innen und Mitbürger mit Migrationshintergrund zu nutzen.

Diese Angebote führen optimalerweise dazu, das gegenseitige Verständnis zu fördern, Spannungen abzubauen und damit allgemeine Abläufe z. B. in Schulen zu entlasten und zu unterstützen. Gleiches gilt für die Arbeit in Stadtteil- und Kulturzentren, wobei hier zu beachten ist, dass es nicht „nur“ um die Arbeit mit Jugendlichen geht, sondern auch um die mit Erwachsenen und älteren Menschen, die – jeweils in ihrer eigenen deutschen oder nichtdeutschen Kultur verwurzelt – starken Bedarf an Information über das jeweilige „Anderssein“ haben. Dies ist unabdingbar für die notwendige Toleranz in der zukünftigen Gesellschaft.
Die Teilnehmenden aus beiden Weiterbildungsbereichen mit und ohne Migrationshintergrund bewegen sich trotz häufig hoher Professionalität auf dem unsicheren Markt als freie oder Honorarkräfte, hierdurch gehen durch die insofern nachvollziehbare hohe Fluktuation oft wertvolle Ressourcen verloren. Durch eine Höherqualifizierung in diesem Bereich kann eine Verstätigung der Arbeit in festeren Arbeitsverhältnissen erreicht werden.